Der italienische Glücksspielmarkt hat 2025 einen neuen Allzeithoch erreicht. Der Einsatzbetrag überstieg 165 Milliarden Euro - 165,34 Milliarden, ein Plus von 5% gegenüber 2024 - was 7,3% des BIP und 85% der Ausgaben italienischer Haushalte für Lebensmittel und Getränke entspricht.
Nach Abzug der Gewinne verloren die Spieler insgesamt 21,88 Milliarden Euro, der höchste Wert in Europa sowohl pro Kopf als auch im Verhältnis zum Wohlstand des Landes. Jeder Erwachsene gab im Jahresverlauf durchschnittlich 3.284 Euro aus, mit Spitzenwerten in Süditalien: Die Pro-Kopf-Ausgaben erreichten 6.307 Euro in Isernia und 7.715 Euro in Patti, in der Provinz Messina, allein im Online-Kanal.
Die Zahlen zeigen, dass Glücksspiel heute ein bedeutender Wirtschaftszweig ist, der allein 2025 mehr als 11 Milliarden Euro an Steuereinnahmen für den Staat erzeugen kann: 11,47 Milliarden, rund 1,7% der gesamten Steuereinnahmen, laut dem ersten Bericht über den öffentlichen Glücksspielsektor, den das Wirtschaftsministerium dem Parlament vorgelegt hat.
Doch während der Einsatzbetrag weiter wächst, ist der Anteil, der in den öffentlichen Kassen landet, stetig geschrumpft, von 19,4% des Gesamtaufkommens im Jahr 2006 auf 6,9% im Jahr 2025. Haupttreiber dieser Entwicklung ist die rasche Expansion des Online-Glücksspiels.
Erstmals überstieg die Erhebung im Fernspiel 100 Milliarden Euro: 100,88 Milliarden, ein Plus von 9,5% gegenüber 2024 und 221% gegenüber 2018, mit etwa 4,8 Millionen aktiven Spielern. Digital macht inzwischen rund 60% des Gesamtvolumens aus, gegenüber 64,5 Milliarden für physische Standorte, ein Rückgang von 1,3%.
Fernspiele bieten höhere durchschnittliche Auszahlungen und werden in den meisten Fällen auf die Marge statt auf den vollen Einsatz besteuert. Online-Geschicklichkeitsspiele - Poker, virtuelle Casinos und Kartenspiele - machen allein 81,2 Milliarden der Erhebung aus, fast die Hälfte des gesamten Marktes, bringen dem Staat aber nur etwa 1,1%. In der Folge führen höhere Einsatzvolumina nicht mehr zu proportional höheren Steuereinnahmen: 2025 sanken die Steuereinnahmen tatsächlich um 0,74% im Jahresvergleich.
Hinzu kommt eine größere Exposition gegenüber illegalem Angebot, begünstigt durch die Leichtigkeit, mit der nicht autorisierte Websites eingerichtet werden können: 2025 blockierte die Agentur für Zölle und Monopole 1.038 nicht lizenzierte Websites, 111% mehr als 2023.
Das Phänomen eröffnet eine Debatte über die Rolle des Staates, der zwischen zwei schwer zu vereinbarenden Zielen gefangen ist. Einerseits hält das staatliche Monopol auf Glücksspiel illegale Kreisläufe in Schach und liefert eine wichtige Einnahmequelle. Andererseits verursacht Glücksspiel erhebliche wirtschaftliche und soziale Kosten und trifft die fragilsten Bevölkerungsgruppen am härtesten: Die Verluste belaufen sich auf durchschnittlich 2% des Gesamteinkommens der Italiener, bei Menschen mit geringeren Ressourcen steigt der Anteil jedoch auf 4%.
Obwohl die Steuereinnahmen 11 Milliarden Euro pro Jahr übersteigen, belaufen sich die Mittel für die Prävention und Behandlung der Glücksspielstörung auf nur etwas mehr als 32 Millionen Euro - 32,2 Millionen, weniger als 0,3% dessen, was der Staat aus dem Sektor einnimmt. Ein heikles Gleichgewicht, das mit dem weiteren Wachstum des Online-Glücksspiels noch komplexer werden dürfte.
Quellen