Die Oracle Corporation (NYSE: ORCL) hat am 10. September 2026 die Ergebnisse des ersten Quartals des Geschäftsjahres 2027 veröffentlicht und dabei einen Rekordquartalsumsatz von 19,3 Milliarden Dollar ausgewiesen, ein Plus von 30 Prozent im Jahresvergleich, sowohl in USD als auch zu konstanten Wechselkursen. Die Ergebnismitteilung hob das dreistellige Wachstum der Cloud-Infrastruktur und die im Quartal zusätzlich bereitgestellte Rechenzentrumskapazität von 850 Megawatt hervor.
Die Cloud-Erlöse – bestehend aus Infrastructure-as-a-Service und Software-as-a-Service – stiegen im Jahresvergleich um 62 Prozent auf 11,6 Milliarden Dollar. Darin sprangen die Erlöse aus der Cloud-Infrastruktur um 121 Prozent auf 7,4 Milliarden Dollar, während die Erlöse aus Cloud-Anwendungen um 10 Prozent wuchsen. Die Erlöse aus Softwarelizenzen beliefen sich auf 0,8 Milliarden Dollar, ein Plus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Das Ausmaß des Ausbaus der Cloud-Infrastruktur von Oracle signalisiert eine entscheidende Verschiebung im Umsatzmix des Unternehmens. Infrastructure-as-a-Service stellt mit 7,4 Milliarden Dollar im Quartal nun den größten einzelnen Cloud-Umsatzstrom dar und ist damit fast doppelt so groß wie die Softwarelizenzierung. Die dreistellige Wachstumsrate deutet darauf hin, dass Unternehmens-Workloads in beschleunigtem Tempo auf die Cloud-Plattform von Oracle wechseln – ein Trend, den das Unternehmen dadurch bekräftigte, dass es die 850 MW neuer Rechenzentrumskapazität mit der sprunghaft steigenden Nachfrage nach KI-Inferenz und Allzweck-Computing verknüpfte.
Die Profitabilität folgte dem Umsatz nach oben. Das GAAP-Betriebsergebnis stieg um 57 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar, während das Non-GAAP-Betriebsergebnis um 31 Prozent auf 8,2 Milliarden Dollar zunahm. Je Aktie betrug das GAAP-Ergebnis 1,56 Dollar, ein Plus von 55 Prozent in USD und von 54 Prozent zu konstanten Wechselkursen. Das Non-GAAP-Ergebnis je Aktie erreichte 1,92 Dollar, ein Anstieg von 30 Prozent im Jahresvergleich, sowohl in USD als auch zu konstanten Wechselkursen.
Auch der Ausblick fällt ebenso stark aus. Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen – Oracles Maß für vertraglich zugesagte, aber noch nicht erfasste Erlöse – schnellten auf 664 Milliarden Dollar, ein Plus von 209 Milliarden Dollar im Jahresvergleich. Dieser Auftragsbestand entspricht bei der aktuellen Quartalsrate etwa 20 Quartalen Umsatz und bietet erhebliche Sichtbarkeit für künftige Erträge. Die im ersten Quartal hinzugefügten 850 MW Rechenzentrumskapazität entsprechen rund einem Gigawatt neuer Energieinfrastruktur und unterstreichen die Kapitalintensität, die erforderlich ist, um das Cloud-Wachstum in dieser Größenordnung aufrechtzuerhalten.
Die Q1-Ergebnisse von Oracle untermauern die These, dass der Markt für Cloud-Infrastruktur schneller wächst, als viele Analysten erwartet hatten. Für Oracle stellt sich nun die Frage, ob der aktuelle Investitionszyklus – Rechenzentrumsbauten, Kapazitätserweiterungen und Einstellungen – mit der im Auftragsbestand von 664 Milliarden Dollar widergespiegelten Nachfrage Schritt halten kann, ohne die Margen zu drücken. Bislang deuten die Zahlen darauf hin, dass Oracle diese Balance wirksam steuert, doch bleiben die Investitionsausgaben, die für die Bereitstellung künftiger Kapazität nötig sind, eine zentrale Kennzahl, die es zu beobachten gilt.
Quellen
- Oracle APAC News Release, "Oracle Announces Q1 Results Driven by Triple Digit Growth in Cloud Infrastructure Revenues," September 10, 2026. oracle.com
- PR Newswire, "Oracle Announces Q1 Results Driven by Triple Digit Growth in Cloud Infrastructure Revenues," September 10, 2026. prnewswire.com