Der Vizegouverneur der Bank of Japan, Ryozo Himino, betonte am Donnerstag die Notwendigkeit rechtzeitiger Zinserhöhungen und warnte, dass Inflationsrisiken aus dem Konflikt im Nahen Osten, der globalen Nachfrage nach künstlicher Intelligenz und einem anhaltend schwachen Yen den zugrunde liegenden Preisauftrieb über das Ziel der Zentralbank von 2 Prozent treiben könnten.
Bei einer Veranstaltung in Saitama nahe Tokio sagte Himino vor Publikum, "wir sollten den Aufwärtsrisiken für die Preise größere Aufmerksamkeit schenken als in der Vergangenheit", und nannte höhere Rohölpreise infolge des Konflikts im Nahen Osten, steigende Halbleiterkosten durch die starke globale KI-Nachfrage und die anhaltende Abwertung des Yen als wesentliche Quellen des Aufwärtsdrucks auf die Inflation (Mainichi Japan, 27. August 2026).
Er fügte hinzu, "Zinsen rechtzeitig zu erhöhen wird helfen, eine Beschleunigung der Inflation und abrupte Zinserhöhungen in der Zukunft zu vermeiden", ein Schritt, der letztlich den besten Interessen kleiner und mittlerer Unternehmen sowie von Hypothekennehmern diene. Die Äußerungen signalisieren, dass die BoJ-Führung frühzeitiges Handeln dem Zuwarten und später erzwungenen stärkeren Erhöhungen vorzieht.
Die Rede hat besonderes Gewicht, weil Himino dafür bekannt ist, vor geldpolitischen Kurswechseln der BoJ klare Hinweise zu geben. Auf einer anschließenden Pressekonferenz vermied er es jedoch, eine Erhöhung im September ausdrücklich zu befürworten oder auszuschließen. "Wir müssen die Notwendigkeit abwägen, so viele Informationen wie möglich zu gewinnen, und rechtzeitig zu handeln, um bei der Inflation nicht hinter der Kurve zu liegen", sagte er gegenüber Reportern. Er fügte hinzu, die BoJ werde bei jeder Sitzung über die Politik beraten, eingedenk dessen, dass die zugrunde liegende Inflation sich dem Ziel von 2 Prozent nähert (The Standard, 27. August 2026).
Die Äußerungen untermauern den restriktiven Kurswechsel der BoJ, nachdem sie auf ihrer Juli-Sitzung die Zinsen unverändert gelassen hatte, nachdem sie den Leitzins im Juni bereits auf ein 31-Jahres-Hoch von 1.0 Prozent angehoben hatte. Gouverneur Kazuo Ueda hatte auf einer Pressekonferenz nach der Juli-Sitzung gesagt, die Zentralbank könne das Tempo der Zinserhöhungen beschleunigen, falls die finanziellen Bedingungen zu locker blieben. Zuvor war erwartet worden, dass die BoJ die Zinsen etwa zweimal jährlich anheben würde, was bedeutet hätte, dass die nächste Erhöhung erst im Dezember käme.
Die Märkte sind dieser Basislinie bereits weit vorausgeeilt. Zinsfutures preisen nun eine Wahrscheinlichkeit von etwa 80 Prozent für eine Zinserhöhung auf der geldpolitischen Sitzung der BoJ am 17-18 September ein, wobei viele Analysten einen Schritt um 25 Basispunkte auf 1.25 Prozent erwarten. Quellen sagten Reuters, die Bank erwäge ein schnelleres Straffungstempo über den derzeitigen Halbjahresrhythmus hinaus, was die wachsende Sorge über die Breite des Preisdrucks widerspiegelt (The Standard, 14. August 2026, aktualisiert am 27. August 2026).
Mehrere Datenpunkte stützen das restriktive Szenario. Japans Kern-Verbraucherpreisindex beschleunigte sich im Juli im Jahresvergleich, und die jährliche Großhandelsinflation blieb mit einem Dreijahreshoch von 7.2 Prozent erhöht, was darauf hindeutet, dass Unternehmen höhere Vorleistungskosten mit Verzögerung an die Verbraucherpreise weitergeben. Gleichzeitig lag der Yen trotz seltener koordinierter Intervention Japans und der Vereinigten Staaten am 31. Juli nahe 159 pro Dollar, was die Herausforderung verdeutlicht, importkostengetriebene Inflation ohne straffere Geldpolitik einzudämmen.
Himino widersprach zudem dem Argument, weitere Zinserhöhungen könnten einer fragilen Wirtschaft schaden, und sagte, die Anpassung der noch lockeren finanziellen Bedingungen werde helfen, Vermögenswerte effizienter in Investitionen mit Wachstumspotenzial zu lenken. Einige Ökonomen warnen jedoch, dass auf eine Erhöhung im September eine weitere im Dezember folgen könnte, was einen Wechsel zu einem vierteljährlichen Straffungszyklus bedeuten und die Marktvolatilität erhöhen könnte.
Quellen
- Mainichi Japan, "BOJ deputy chief calls for more rate hikes on inflation risks," August 27 2026: mainichi.jp
- The Standard / Reuters, "BOJ deputy chief calls for timely rate hike, focus on inflation risk," August 27 2026: thestandard.com.hk