Chinas offizieller Einkaufsmanagerindex (PMI) für das verarbeitende Gewerbe stieg im August von 49,2 im Juli auf 49,8 und übertraf die Konsensprognose von 49,4, wie das Nationale Statistikamt (NBS) am Montag mitteilte. Der Wert markiert eine teilweise Erholung, nachdem der Index im Juli unter die 50-Punkte-Schwelle gefallen war, bleibt jedoch zum zweiten Mal in drei Monaten im Kontraktionsbereich.
Die Verbesserung war breit angelegt. Der Index der neuen Aufträge kletterte um 2,1 Prozentpunkte auf 50,6, die erste Rückkehr in den Expansionsbereich seit Juni, während der Teilindex der neuen Exportaufträge von 49,6 im Juli wieder über 50 auf 50,1 stieg. Auch der Produktionsindex überschritt mit 50,4 die Expansionsschwelle, ein Plus von 0,5 Punkten gegenüber dem Vormonat. Diese nachfrageseitigen Zugewinne deuten auf eine vorsichtige Stabilisierung der Fabrikaktivität nach einer schwachen Phase zur Jahresmitte hin.
Nach Unternehmensgröße trieben die Großunternehmen die Erholung an. Ihr PMI sprang um 1,1 Punkte auf 50,6 und kehrte erstmals seit Juni über die Expansionsschwelle zurück. Mittelgroße Unternehmen gingen leicht auf 49,4 zurück, während kleine Firmen sich auf 47,9 verbesserten, aber klar unter 50 blieben. Die Divergenz verdeutlicht eine anhaltende Lücke: Staatsnahe Großhersteller profitieren stärker von Konjunkturimpulsen und Infrastrukturausgaben, während kleinere Privatunternehmen weiterhin mit engeren Finanzierungsbedingungen und schwächerer Endnachfrage zu kämpfen haben.
Ein bemerkenswertes Kostensignal begleitete die Verbesserung des Gesamtindex. Der Index der Einkaufspreise für Hauptrohstoffe schnellte auf 56,6, ein Plus von 3,4 Punkten gegenüber 53,2 im Juli, was höhere globale Rohstoffpreise — insbesondere Rohöl und Basismetalle — widerspiegelt. Steigende Vorleistungskosten könnten die Margen von Unternehmen ohne Preissetzungsmacht belasten und damit die Nachhaltigkeit der Erholung im verarbeitenden Gewerbe gefährden, falls die Nachfrage nicht mithält.
Das Bild am Arbeitsmarkt blieb schwach. Der Teilindex für Beschäftigung fiel weiter auf 48,7, ein Minus von 0,3 Punkten, und setzte damit einen Rückgang fort, der das gesamte Jahr 2026 andauert. Obwohl Produktion und Aufträge anzogen, scheinen die Hersteller zurückhaltend bei Neueinstellungen zu sein, was wahrscheinlich Vorsicht hinsichtlich der Dauerhaftigkeit des Aufschwungs widerspiegelt. Auch die Bestände an Rohmaterialien schrumpften weiter und fielen auf 48,1, was darauf hindeutet, dass die Unternehmen bei unsicherer Nachfrage vorsichtig bleiben, was den Wiederaufbau von Lagerbeständen angeht.
Dienstleistungssektor bleibt schwach
Außerhalb der Fabriken hielt sich der Index der Geschäftstätigkeit im nicht verarbeitenden Gewerbe den zweiten Monat in Folge bei 49,0, was das NBS als niedrigsten Wert seit Dezember 2022 bezeichnete. Der Teilindex für das Baugewerbe sank auf 46,9, während Dienstleistungen bei 49,3 blieben. Die neuen Aufträge im nicht verarbeitenden Gewerbe fielen auf 44,1, eine weitere Verschlechterung der Nachfrage nach Dienstleistungen und Bauaktivität.
Der zusammengesetzte PMI-Produktionsindex, der die Aktivität im verarbeitenden und nicht verarbeitenden Gewerbe kombiniert, stieg leicht um 0,2 Punkte auf 49,5 — weiterhin unter der 50-Punkte-Linie, die Expansion von Kontraktion trennt.
Was die Daten nicht zeigen
Die PMI-Verbesserung im August kam von einer niedrigen Basis nach dem scharfen Rückgang im Juli, und der Gesamtindex bleibt unter 50. Ein Monat mit steigenden neuen Aufträgen begründet keinen Trend, zumal die Beschäftigung weiter schrumpft und die Vorleistungspreise anziehen. Die Daten erfassen zudem nicht die vollen Auswirkungen der jüngsten Schwäche im Immobiliensektor, die das Baugewerbe und verwandte Branchen weiter belastet.
Analysten werden den Caixin-PMI für das verarbeitende Gewerbe — der stärker auf kleine und mittlere private Exporteure ausgerichtet ist — für ein ergänzendes Bild der Lage im Privatsektor heranziehen. Die Daten für September werden entscheidend dafür sein, ob die Erholung im August den Beginn einer nachhaltigen Erholung oder eine vorübergehende Schwankung markiert.
Quellen
- National Bureau of Statistics of China, "Purchasing Managers' Index for August 2026," published 1 September 2026. stats.gov.cn
- People's Daily Online, "China's August PMI signals improved sentiment, steady new momentum," 1 September 2026. en.people.cn