Im Jahr 2024 machte Bargeld erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen weniger als 10 Prozent aller im Vereinigten Königreich getätigten Zahlungen aus. Dieser Meilenstein stammt aus dem Bericht "UK Payment Markets 2025", der von UK Finance, dem Dachverband der Bankenbranche, veröffentlicht wurde und der zudem festhielt, dass Mobile Banking das Desktop-Banking überholte und mobile Wallets die Mehrheit der Haushalte erreichten.
Eine symbolische Schwelle überschritten
Die Bargeldtransaktionen fielen auf etwa 4,4 Milliarden, nach 6 Milliarden im Vorjahr: 9 Prozent des Gesamtvolumens, weniger als die Hälfte der 23 Prozent aus dem Jahr 2019 und etwa ein Fünftel des Anteils von 48 Prozent im Jahr 2014. Bis 2023 war Bargeld die am zweithäufigsten genutzte Zahlungsmethode des Landes; im Jahr 2024 fiel sie hinter Lastschrift, Faster Payments und Kreditkarten zurück.
Der Trend dürfte sich fortsetzen: UK Finance prognostiziert, dass Bargeld bis 2034 etwa 4 Prozent aller Zahlungen ausmachen wird, während allein kontaktlose Zahlungen auf 43 Prozent des Gesamtvolumens steigen werden.
Karten machen 64 Prozent der Transaktionen aus
Physische und mobile Karten bleiben die dominierende Methode und machen 64 Prozent aller Transaktionen aus. Im Jahr 2024 tätigten die Briten 18,9 Milliarden kontaktlose Zahlungen, etwa 39 Prozent des Gesamtvolumens: Im Jahr 2015 waren es 3 Prozent und im Jahr 2019 21 Prozent. Etwa 62 Prozent der Zahlungen mit Debitkarten und 55 Prozent der Zahlungen mit Kreditkarten waren kontaktlos.
Zahlungen werden digital, von der Karte zum Telefon
57 Prozent der Erwachsenen im Vereinigten Königreich waren für mindestens einen Dienst für mobiles Bezahlen registriert, etwa Apple Pay oder Google Pay, gegenüber 42 Prozent im Jahr 2023; die Hälfte der erwachsenen Bevölkerung nutzte erstmals mindestens einmal im Monat kontaktlose Zahlungen per Mobiltelefon. Die Akzeptanz ist bei jüngeren Nutzern am höchsten (88 Prozent der 16-24-Jährigen), wächst aber auch bei den über-65-Jährigen, wo die Registrierungen innerhalb eines Jahres um 14 Prozent zulegten.
Mobile Banking, also der Zugriff auf ein Konto über eine App, überholte erstmals das Desktop-Banking und wird nun von 75 Prozent der Erwachsenen genutzt. Sofortüberweisungen im Faster-Payments-Netz wuchsen innerhalb eines Jahres um 14 Prozent auf etwa 5,6 Milliarden Transaktionen und sind damit nach Karten die am zweithäufigsten genutzte Zahlungsmethode.
Wer noch auf Bargeld angewiesen ist
Trotz des Rückgangs ist Bargeld weit von seinem Verschwinden entfernt. Etwa 1,2 Millionen Menschen im Vereinigten Königreich verlassen sich für ihre täglichen Ausgaben noch überwiegend auf Bargeld, nach 1,5 Millionen im Jahr 2023, während 16,9 Millionen Erwachsene es höchstens einmal im Monat nutzen. Einer von drei Erwachsenen lebt heute weitgehend bargeldlos.
Die Rede vom "Ende des Bargelds" bleibt verfrüht: Für mehr als eine Million Menschen sind Banknoten noch immer ein unverzichtbares Instrument, und das Tempo des digitalen Übergangs variiert zwischen Generationen und Einkommensgruppen.
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