Die zugrunde liegende Inflation in den USA bleibt über dem Zielwert der Federal Reserve festgefahren: Der Kern-PCE, das bevorzugte Maß der Notenbank, stieg im Juli um 0,2% im Monatsvergleich und entsprach damit den Erwartungen, während die Jahresrate bei 3,3% blieb. Die Daten des Handelsministeriums zu Einkommen und Konsumausgaben zeigten zudem, dass der PCE insgesamt auf 3,7% im Jahresvergleich beschleunigte und im Monatsvergleich um 0,2% zulegte.
Das Anhalten des Preisdrucks geht mit einer wachsenden, aber moderaten US-Wirtschaft einher. Die zweite Schätzung des BIP für das zweite Quartal, die das Bureau of Economic Analysis am Mittwoch, dem 26. August, veröffentlichte, bestätigte ein annualisiertes Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,5%, unverändert gegenüber der ersten Schätzung und langsamer als die 2,1% des ersten Quartals. Das Tempo überraschte die Märkte nicht, die bereits erwartet hatten, dass das Wachstum etwa auf diesem Niveau bleibt.
Die Konsumenten halten stand, angeführt von künstlicher Intelligenz
Hinter dem Gesamtwert sieht die Binnennachfrage jedoch stärker aus. Die persönlichen Konsumausgaben, die etwa 70% der US-Wirtschaftsleistung ausmachen, wuchsen im zweiten Quartal annualisiert um 3,4%, deutlich über den 0,5% des Vorquartals. Auch die Unternehmensinvestitionen stiegen, gestützt durch den Boom bei künstlicher Intelligenz. Der Wachstumsdämpfer kam dagegen aus dem Ausland: Die Importe, die bei der BIP-Berechnung abgezogen werden, stiegen im Zeitraum April bis Juni annualisiert um 12,5%, vor allem durch den Zufluss von Halbleitern und Komponenten für KI-Investitionen. Der Außenbeitrag absorbierte damit etwas mehr als einen Prozentpunkt des Wachstums, während die Lagerbestände weitere 0,67 Punkte abzogen.


