Walmart (NYSE: WMT) meldete am 20. August 2026 die Ergebnisse des zweiten Quartals des Geschäftsjahres 2027 und übertraf mit Umsatz und Gewinn die Erwartungen der Wall Street — doch die Aktie stürzte um rund 9% ab, weil sich die Anleger auf eine deutliche Verlangsamung des Kundenverkehrs in den US-Filialen konzentrierten. Die vergleichbaren Umsätze der Walmart-Filialen in den USA stiegen ohne Kraftstoff nur um 2.6%, das langsamste Tempo seit Anfang 2020 und deutlich unter den von Analysten erwarteten 3.8%.
Der Gesamtumsatz erreichte $187.9 Milliarden, ein Plus von 5.9% im Jahresvergleich. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei $0.81 und übertraf die Konsensschätzung von $0.74. Das Betriebsergebnis stieg um 28.8%, und der Nettogewinn erreichte $6.4 Milliarden. Die Übertreffungen bei Umsatz und Gewinn spiegelten die starke Dynamik in margenstärkeren Geschäften wider: Der globale E-Commerce wuchs um 25%, der US-E-Commerce von Walmart um 26%, und die Werbeeinnahmen — einschließlich der Übernahme von VIZIO — stiegen um 46% im Jahresvergleich. Die vergleichbaren Umsätze von Sam's Club, ebenfalls ohne Kraftstoff, legten um 5.9% zu.
Doch die Schlagzeilenzahl, die den Markt erschütterte, war die der vergleichbaren US-Umsätze. Mit 2.6% markierte sie das schwächste Wachstum seit mehr als sechs Jahren und signalisierte, dass amerikanische Verbraucher selbst beim größten Einzelhändler des Landes zurückhaltender werden. Die Verlangsamung ist bemerkenswert, weil Walmart von der vorsichtigen Haushaltsausgaben profitiert hatte, da Käufer zu günstigeren Kanälen wechselten. Eine Verlangsamung bei Walmart deutet darauf hin, dass die Sparsamkeit tiefer greift.
Ein bedeutender Einmaleffekt verkomplizierte das Quartal. Walmart erhielt $2.9 Milliarden an Zollerstattungen von Lieferanten, gebunden an Preissenkungen, die das Unternehmen bei importierten Waren umsetzte. Dieser Sonderertrag blähte den bereinigten Gewinn auf und warf Fragen zur Nachhaltigkeit der Gewinnübertreffung auf. Ohne diese Erstattung hätte das Rentabilitätsbild weniger beeindruckend ausgesehen.
Walmart hob seine Prognose für das bereinigte Ergebnis je Aktie für das Gesamtjahr auf eine Spanne von $2.80 bis $2.87 an, doch der Mittelwert blieb unter dem Konsens von $2.90. Die Prognose für das dritte Quartal war noch schwächer: ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von $0.62 bis $0.64 gegenüber den von Analysten erwarteten $0.68. Der vorsichtige Ausblick verstärkte die Erzählung, dass Walmart ein herausfordernderes Konsumumfeld vor sich sieht.
Für Anleger kristallisieren die Ergebnisse eine Spannung im Herzen des US-Einzelhandels. Der Omnichannel-Motor von Walmart — E-Commerce, Werbung, Marktplatz und Mitgliedschaften — läuft weiter auf Hochtouren, und diese Geschäfte haben höhere Margen als der traditionelle Einzelhandel. Doch das US-Kerngeschäft mit Filialen, das noch den Großteil des Umsatzes erwirtschaftet, verliert an Schwung. Das Wachstum der vergleichbaren Umsätze hat sich nun mehrere Quartale in Folge verlangsamt, und der Effekt der Zollerstattung maskiert die zugrunde liegende Schwäche der Preissetzungsmacht.
Die Aktie schloss bei etwa $104, ein Rückgang von rund 9% gegenüber der vorherigen Sitzung. Die Papiere hatten vor dem Bericht nahe Allzeithochs gehandelt, was wenig Raum für Enttäuschungen ließ. Der Ausverkauf deutet darauf hin, dass Anleger Walmart neu bewerten — nicht als rezessionssicheren Hafen, sondern als ein Unternehmen, das derselben Konsummüdigkeit ausgesetzt ist, die die breitere Einzelhandelslandschaft belastet.
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